Am Donnerstag, dem 4. Juni 2026, trafen sich alle 9. Klassen des Goethe-Gymnasiums Auerbach an der Schule. Gegen 7:30 Uhr fuhren wir mit zwei Bussen zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Begleitet wurden wir von Frau Scholz, Herrn Weidenbach und Herrn Wander. Die Busfahrt war entspannt und unterhaltsam. Wir unterhielten uns und spielten verschiedene Spiele.
Als wir ankamen, wurde jeder Klasse ein Mitarbeiter zugeteilt, welcher die 3-stündige Führung übernahm. Unsere Mitarbeiterin führte uns durch das ehemalige Konzentrationslager und erzählte viele interessante Informationen über die Geschichte des Ortes.
Zuerst besuchten wir den Steinbruch. Dort mussten die Häftlinge unter sehr schweren Bedingungen arbeiten. Sie hatten einen zwölfstündigen Arbeitstag mit nur einer kurzen Pause und wurden dabei ständig von Aufsehern überwacht. Die Arbeit im Steinbruch war äußerst anstrengend. Viele Häftlinge waren durch Hunger, Krankheiten und die harte Arbeit geschwächt. Der Steinbruch wurde sogar noch bis 2024 weiter genutzt. Während des Zweiten Weltkriegs mussten einige KZ-Häftlinge außerdem in der Rüstungsindustrie arbeiten und unter anderem Flugzeugteile für den Krieg herstellen.
Danach gingen wir über das ehemalige Lagergelände, auf dem früher die Baracken standen. Dort erhielten wir einen Plan, der zeigte, wie das Lager früher aufgebaut war. Ursprünglich waren die Baracken für etwa 250 Personen vorgesehen. Gegen Ende des Krieges lebten jedoch teilweise bis zu 1.000 Häftlinge in einer Baracke. Es war erschreckend zu hören, unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben mussten. Heute stehen nur noch wenige Gebäude. Viele andere wurden im Krieg zerstört.
Anschließend besuchten wir den Friedhof. Dort erfuhren wir, was mit den verstorbenen Häftlingen geschah. Unsere Mitarbeiterin erklärte außerdem, dass amerikanische Soldaten bei der Befreiung am 24. April 1945 viele schwer geschwächte Menschen fanden und versorgten. Einige überlebten, andere starben trotz der Hilfe. Diese wurden zunächst dort begraben, wo sie gefunden wurden, und später auf dem Friedhof der KZ-Gedenkstätte bestattet.
Anschließend gingen wir zum Krematorium. Dort wurden die Leichen der verstorbenen Häftlinge verbrannt. Die Asche wurde anschließend im angrenzenden Wald verstreut, der deshalb auch „Tal des Todes“ genannt wird. An dieser Stelle war es besonders bedrückend, all diese Informationen zu hören. Spätestens hier wurde uns bewusst, wie viele Menschen im Lager leiden mussten und ihr Leben verloren.
Anschließend besuchten wir den Appellplatz. Dort erklärte uns unsere Mitarbeiterin, wie die täglichen Appelle abliefen und was geschah, wenn neue Gefangene im Lager ankamen. Die Gefangenen wurden meist am Bahnhof von Soldaten und Hunden abgeholt und zum Lager gebracht. Auf dem Appellplatz mussten sie sich ausziehen. An Ort und Stelle wurden sie dann von einem Lagerarzt untersucht. Menschen, die bereits aus anderen Lagern kamen und stark geschwächt waren, wurden oft „aussortiert“. Die übrigen Gefangenen mussten duschen, wurden vollständig rasiert und anschließend mit hochprozentigem Alkohol desinfiziert. Danach erhielten sie ihre Häftlingskleidung mit einer Nummer. Von diesem Zeitpunkt an wurden sie von den Nationalsozialisten nicht mehr als Menschen, sondern nur noch als Nummern betrachtet. Anschließend begann ihr Alltag als Häftlinge.


Außerdem hörten wir die Geschichte eines Häftlings, dem die Flucht gelang. Er arbeitete bei einem Offizier und dessen Familie. Eines Tages wurde das Kind der Familie bei einem Unfall verletzt. Während alle dem Kind zu Hilfe eilten, nutzte der Häftling die Gelegenheit. Er zog Kleidung des Offiziers an und floh. Da er aus der Nähe kam, kannte er sich aus und versteckte er sich mehrere Orte weiter bei Bekannten. So gelang ihm die Flucht.
Zum Schluss konnten wir uns noch die Ausstellung ansehen. Dort wurden viele weitere Informationen sowie persönliche Geschichten ehemaliger Häftlinge gezeigt.
Gegen 13:30 Uhr traten wir die Rückfahrt zur Schule an und kamen dort gegen 15:00 Uhr wieder an.
Der Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg war sehr interessant und lehrreich. Er gab uns einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte des Konzentrationslagers und in die Zeit des Nationalsozialismus.
– Jette Szymanowski, 9_3
Quelle Beitragsbild: https://img.br.de/3f52e146-1caa-416a-a9ab-a194b80675d4.jpeg?w=2048&q=85

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